BURLAGE ... DORF MIT PFIFF!
Gemeinde Rhauderfehn

Buglage muss um alles kämpfen

VON GÜNTER RADTKE 

Der GA besucht in diesen Monaten Ortsbürgermeister und Ortsvorsteher im Oberledingerland und spricht mit ihnen über ihren Heimatort. Heute: Herbert Broich in Burlage. Burlage

Burlage wurde nach Angaben der Gemeinde Rhauderfehn urkundlich erstmals 1319 in einem Vergleich zwischen dem Johanniter-Hospital in Burgsteinfurt und den friesischen Komtureien erwähnt.  Ursprünglich gründete der Orden hier in der von weiten Moorflächen umgebenen Einöde ein eigenständiges Kloster, das später dann als Vorwerk zum Johanniterkloster in Langholt gehörte.  Burlage ist eine alte Ansiedlung, in der jahrhundertelang nur wenige Menschen gewohnt haben. 1770 waren in Burlage nur sieben Häuser bewohnt. 1806 wurden 29 Häuser gezählt. Burlage als südlichster Ort Ostfrieslands und der Gemeinde Rhauderfehn ist 1542 Hektar groß.


 

Burlage - „Ja, das ständige Kämpfen macht mürbe“, räumt der 74-jährige Ortsbürgermeister von Burlage, Herbert Broich, ein und fügt eilends hinzu: „Aber wir lassen uns hier nicht unterkriegen.“ Das klingt nach einer Durchhalteparole. Tatsächlich ist es auch eine. „Wir müssen hier um alles kämpfen, weil wir weit weg vom Zentrum der Gemeinde Rhauderfehn liegen. Um den Radweg, ums Bauen, um die Schule, um Einkaufsmöglichkeiten – um alles“, erklärt der Sozialdemokrat, der seit 42 Jahren Ortsbürgermeister in Burlage ist. Die Randlage des knapp 1400 Einwohner starken südlichsten Ortsteils Rhauderfehns spiele dabei eine große Rolle, besonders seitdem nach der Kommunalwahl 2011 die Zentralisierung in der Gemeinde Rhauderfehn noch mal deutlich forciert werde.

Erst habe der Gemeinderat den Burlagern die beantragte Ganztagsschule nicht gegeben, und im vergangenen Jahr sei dann die Schließung der Burlager Grundschule beschlossen worden.


 

Broich: „Die Schule ist ja quasi schon zu. Es werden dort jetzt keine Kinder mehr neu eingeschult. Die Schließung wird uns gewaltig treffen. Ich hoffe aber immer noch, dass man noch eine Lösung finden wird, um sie zu retten.“

Jetzt gelte es zunächst, ein Gerichtsurteil abzuwarten. Einige Eltern klagen vor dem Verwaltungsgericht gegen die Schulschließung.

Burlage, so der Ortsbürgermeister, sei ein Dorf mit Pfiff, habe eine tolle Dorfgemeinschaft und sei dafür jüngst im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ sogar mit einem Sonderpreis ausgezeichnet worden. Burlage sei auch ausgesprochen kinderfreundlich und besonders tolerant gegenüber Menschen, „die in ihrem Leben einen besonders schweren Rucksack zu tragen“ hätten. Gute Nachbarschaften und das Engagement der örtlichen Vereine und Verbände gäben allen Menschen in dem Ortsteil Halt und Orientierung.

Und wenn die Schule bleibe, dann werde in Burlage auch wieder gebaut, ist Broich überzeugt. Dann gäbe es auch noch mal einen neuen Schub für die Bücherei, den Jugendtreff und den Kindergarten. Er wünsche sich, dass dann viele junge Leute nach Burlage kommen, „dass sie nicht im Zentrum, sondern hier bauen, auch im Außenbereich“, sagt Herbert Broich.

Dafür, dass das Bauen in Burlage auch im Außenbereich erlaubt wird, müssten die Gemeinde Rhauderfehn und der Landkreis Leer die Weichen stellen. Denn Burlage biete mit seinen kleinen und mittelständischen Betrieben im Ortsteil schon heute rund 300 Menschen Arbeitsplätze.